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News Saison 2010
   
 

23. – 25. Juli 2010 – Omnium Suisse, Montreux

Montreux ist nicht nur berühmt durch das alljährlich Anfangs Juli stattfindende Montreux Jazz Festival, sondern hat auch einen ganz anständigen Golfplatz zu bieten. So viele Bäume auf so wenig Raum wie auf diesem Golfplatz gibt es ansonsten eigentlich nur in einem Wald. Auf einigen Löchern hat man so wenig Fairway zwischen den Bäumen, dass man schon fast Platzangst kriegen könnte. Obwohl der Golfplatz leider gleich neben der Autobahn liegt, ist es für mich als Conny-Land geschädigter Golfer gar kein Problem mehr, solchen Lärm auszuschalten.
Das Omnium, die offizielle Strokeplay Schweizermeisterschaft, wird immer über 72 Löcher mit zwei Runden am letzten Tag gespielt. Das spezielle an dieser Meisterschaft ist, dass nicht nur Amateure um die Kränze spielen, sondern auch Profis ein Wörtchen mitzureden haben.

Am ersten Tag hatte ich eine frühe Startzeit am Morgen. Schon auf dem Puttinggreen sah man die ersten Blitze unheimlich am Horizont, wahrlich kein gutes Zeichen für Golfspieler, die mit sage und schreibe 14 Blitzableitern des Weges marschieren. Kein Wunder also wurde dann nach rund zwei Stunden das ganze unterbrochen und so waren wir rechtzeitig zur Kaffeepause zurück im Klubhaus. Leider hatte bis dahin nur das Gewitter einen Blitzstart und mein Spiel hinkte dem ziemlich hinterher. Mit einer enttäuschenden 75 hatte ich mich zwar gut durchgekämpft, aber ich wusste, dass mit ziemlicher Sicherheit der Sieg nun ausser Reichweite war. Da halfen auch drei weitere tolle Runden von 69, 68 und 71 Schlägen nicht mehr viel. Mit einem Gesamtscore von fünf Schlägen unter Par und dem geteilten vierten Schlussrang war ich trotzdem sehr zufrieden, obwohl ich schliesslich sieben Schläge Rückstände auf den sehr gut aufspielenden Ken Benz hatte.
Die schlechte Leistung der ersten Runde führe ich darauf zurück, dass ich langsam ein wenig ausgelaugt bin. Seit dem Saisonstart hatte ich erst zwei turnierfreie Wochenenden und hatte mit ein paar Ausnahmen täglich einen Golfschläger in der Hand. Nun werde ich in dieser Woche mal ein wenig „Golfferien“ machen, um meinen Kopf etwas auszulüften und auf andere Gedanke zu kommen. Das nächste Turnier wird dann die Einzel Europameisterschaft in Finnland sein. Wir fliegen am 1. August und werden am 8. wieder zurück sein.

   
 

15. – 18. Juli 2010 – Credit Suisse Challenge Tour, Sempachersee

Alle sechs Spieler die im EM-Team von letzter Woche in Schweden waren, bekamen vom Veranstalter der CS Challenge eine Wild Card für dieses Turnier der Challenge Tour. Es war für mich nicht das erste Mal, dass ich an einem Profiturnier mitmachen durfte, konnte ich ja auch schon vor zwei Jahren in Wylihof auf der Challenge Tour spielen und letztes Jahr konnte ich sogar bei den grossen Buben in Crans Montana richtig dünne European Tour Luft schnuppern (diese Luft hat mir übrigens sehr gut geschmeckt, obwohl sie meinem Spiel nicht sehr helfen konnte).

Im Flight hatte ich zwei sehr angenehme skandinavische Tourspieler, mit denen ich mich sehr gut unterhalten konnte. So erfuhr ich einiges über das Leben auf der Tour und wie hart es wirklich sein kann, tagein tagaus um das tägliche Brot kämpfen zu müssen.

Ich spielte eigentlich Donnerstags wie auch Freitags sehr gutes Golf. Vor allem vom Tee zum Grün hin war ich meinen beiden Tour Mitspielern ebenbürtig, wenn nicht sogar leicht überlegen. Nur auf dem Grün selbst war ich an diesen beiden Tagen heillos überfordert. Es waren genau solche Tage an denen man früh in der Runde ein paar kurze Putts verschiebt, die man eigentlich hätte machen sollen und schwupps war dann auch das ganze Selbstvertrauen weg. Und wenn man sogar aus fünf Metern Angst vor einem Dreiputt hat, wie will man da noch ein Birdie spielen? Eine kleine Hoffnung blieb mir dann nur noch auf den Par 5, die ich mit zwei Schlägen erreichen konnte, oder wenn ich mit einem sehr guten langen Schlag den Ball quasi geschenkt an die Fahne schlagen konnte. Weil das ja erfahrungsgemäss äusserst selten passiert, konnte ich mir leider auch nur sehr wenige Birdies auf meiner Karte notieren lassen. Und wenn dann der Cut auch noch bei fünf unter Par liegt, kann man sich getrost auf ein freies Wochenende vorbereiten.

Um nächste Woche am Omnium Suisee in Montreux wieder mehr Bälle einzulochen, habe ich mir vorgenommen jedes mal wenn ich auf einen Golfplatz komme, mindestens eine Stunde lang auf dem Putting Green zu üben.

PS: Wenn jemand mir meinen Putter abkaufen möchte oder einen guten Seelenklempner für mein angeknackstes Selbstvertrauen kennt, der darf sich gerne bei mir melden... ;-)

   
 

6. – 10. Juli 2010 – Team Europameisterschaften in Schweden

In Schweden an der Team EM erwartete uns ein sehr schwieriger Golfplatz mit hohem Rough gleich neben dem Fairway, dickes Semirough und harte Fairways und Greens. Ein Parcours der so schwierig hergerichtet wurde, dass dort gut und gerne auch ein Turnier der European Tour gespielt werden könnte.

 

Wir Schweizer taten uns auch dementsprechend schwer, da wir solche Konditionen nicht gewohnt sind. Schon nach den beiden Proberunden wurde relativ schnell klar, dass wir, sicher nicht auf verlorenem, aber auf jeden Fall auf einem sehr schwierigen Posten standen.

Nach einer eher verhaltenen ersten Runde, standen wir mit einem Gesamtresultat von 21 über Par auf dem 17. Platz. Nur knapp lagen wir hinter Österreich, aber doch schon 13 Schläge hinter dem 8. Platz, welcher Einzug in den ersten Flight bedeutet hätte. Waren es wohl die schönen Schwedinnen, die uns den Kopf verdrehten und uns schlecht spielen liessen?

Die Aufgabe für den zweiten Tag war also klar. Wir mussten einen Gang höher schalten, um zu vermeiden, dass wir nicht wieder wie vor zwei Jahren in den 3. Flight kamen um dann dort gegen den Abstieg zu kämpfen. Das gelang uns auch sehr gut. Wir spielten mit einem Tagesresultat von nur noch 16 über Par doch einiges besser und kamen so mit Müh und Not doch noch in den zweiten Flight. Die zweite Runde gelang mir hervorragend. Ich spielte eine meiner besten Runden in diesem Jahr und erreichte so mit Scores von 76 und 70 den insgesamt 19. Schlussrang im Einzelklassement.

Nun ging es ab ins Matchplay. Zuerst wartete auf uns Frankreich, eine der führenden Nationen in Europa, welche uns dann auch regelrecht 'abtrocknete'. Wir verloren mit 4:1 und waren auch dementsprechend enttäuscht. Ich verlor mein Match gegen Romain Wattel, im Moment auf Rang 9 der Weltrangliste und für mich mindestens noch eine Nummer zu gross.

Am vierten Tag ging es gegen Dänemark und am fünften und letzten Tag der Meisterschaft noch gegen Belgien. Beide Matches gingen wieder 4:1 verloren und wir mussten uns mit dem doch enttäuschenden 16. Rang abfinden.

Vor allem meine Abschläge und mein Kurzspiel haben im Moment noch grosse Defizite gegenüber den Top Spielern in Europa. Um auf solchen Plätzen gut zu scoren, müssen die Abschläge zwingend auf dem Fairway platziert werden, ansonsten ist man den ganzen Tag nur am kämpfen um überhaupt noch ein Par zu spielen.

  Benjamin Rusch – 6. – 10. Juli 2010 – Team Europameisterschaften in Schweden
Beni Rusch – 6. – 10. Juli 2010 – Team Europameisterschaften in Schweden
 

Trotzdem war es wieder eine tolle Europameisterschaft mit vielen guten Erfahrungen. Die Meisterschaft hat uns allen sehr gut aufgezeigt an welchen Bereichen des Spiels wir noch grosse Defizite haben, an denen gilt es nun zu arbeiten, um diese auszubügeln.

  Benjamin Rusch – 6. – 10. Juli 2010 – Team Europameisterschaften in Schweden
 

Viel Zeit zum trainieren bleibt aber leider nicht, diese Woche geht es nun gleich weiter mit der Credit Suisse Challenge in Sempachersee. Alle Spieler des EM-Teams haben eine Wildcard von der ASG bekommen und kriegen die Chance, sich auf der Challenge Tour zu behaupten. Es wäre natürlich ein super Resultat, wenn ich hier den Cut schaffen könnte. Mehr dazu gibt es auf www.europeantour.com oder www.creditsuisse-challenge.ch.

   
 

Vorschau Team Europameisterschaften in Schweden

Nächste Woche gilt es nun wirklich ernst, denn eines der grössten und wichtigsten Turniere steht vor der Tür. Ich wurde von der ASG für die Team Europameisterschaft in Schweden vom 6. bis 10. Juli aufgeboten und habe die Ehre, ein ganzes Land zu repräsentieren. Durch meine guten Resultate diese Saison wurde ich von der Sportkommission unseres Landesverbandes für dieses Team Turnier in die Mannschaft beordert. Es freut mich ungemein, dass ich durch diese Selektion ein weiteres Saisonziel erreichen konnte, denn alles andere wäre eine sehr grosse Enttäuschung für mich gewesen.

Das Turnier beginnt Dienstags und es wird es mit zwei Runden Strokeplay an den ersten beiden Tagen begonnen. Aufgrund der Resultate in diesen Runden werden die Teams in drei sogenannte „Flights“ eingeteilt (8/8/4). Danach wird in den verbleibenden drei Tagen in diesen Flights Matchplay um die genaue Rangierung gespielt.

Unser grosses Ziel ist, nach den Strokeplay Runden unter die besten acht Teams zu kommen. Ein sehr hohes Ziel für ein so kleines Golfland wie die Schweiz, aber ich denke es ist durchaus machbar, wenn alle sechs Spieler auf ihrem Niveau spielen können.

Ob es dann auch wirklich klappt, erfährt man am besten gleich auf der Internetseite des Turniers unter http://www.golf.se/Tavla/Internationella-tavlingar/EM-i-Sverige Dort hat es auch noch weitere Informationen und es werden im Verlaufe der Woche bestimmt auch noch viele Bilder aufgeschaltet.

Ein genauer Bericht, wie es dem Schweizer Team ergangen ist, gibt es natürlich auch wieder hier auf meiner Seite, wenn ich dann wieder zurück bin aus Schweden.

   
 

26. und 27. Juni 2010 – Championnat de Suisse Central, Oberkirch   [Rangliste]

Meine Vorhersagen vom letzten Eintrag waren leider doch nicht so präzise wie ich mir das gewünscht hatte. Nur beim Wetter hatte ich ein goldenes Händchen, der Sommer ist nun doch noch in der Schweiz angekommen und wird hoffentlich noch eine Weile bleiben. Die Schweizer Nationalmannschaft ist in Südafrika leider ausgeschieden und mein Golfspiel brauchte doch eine längere Aufwärmphase, als ich es mir eigentlich erhofft hatte.

Der Golfplatz Oberkirch ist ein sehr einfacher Platz, vor allem wenn kurz vor dem Turnier noch das ganze Rough geschnitten wird. Für Clubspieler ist das natürlich ein Segen vom Himmel. Aber für ein nationales Turnier ein Gräuel, denn so wurde dem Platz jegliche Verteidigung entzogen. Man konnte die Bälle somit fast überall hinschlagen und wurde zumeist auch für die wildesten Schläge nicht bestraft. Ich finde es sehr schade, dass die ASG immer noch grosse Turniere auf solchen, ich sage jetzt mal Kindergartenplätzen, organisiert, auf denen man überhaupt kein Platzmanagement braucht, sondern auf jeder Bahn einfach blindlings den Driver dreschen kann. Das hat mit dem Golf, dass man auf guten Meisterschaftsplätzen spielt, überhaupt nichts zu tun. Auch wenn es schön anzusehen ist, wenn die besten Spieler klar unter Par sind, so sind solche Turniere überhaupt nicht aussagekräftig und helfen uns Kaderspielern überhaupt nicht, uns weiter zu entwickeln.

Auf den ersten beiden Runden war ich sehr frustriert. Obwohl ich den Ball meist relativ solide traf, schlichen sich immer wieder ein paar völlige Ausrutscher ein, die mich vor allem mental aus dem Konzept brachten. Ich musste leider realisieren, dass ich innerlich immer noch sehr wütend werde, wenn ich schlechte Schläge fabriziere. Ich nehme an, dass einfach meine Erwartungen an mich selbst sehr hoch sind. Wenn diese dann nicht erfüllt werden, geraten meine Emotionen ausser Kontrolle und ich schaffe es immer noch nicht abzuhaken und ruhig zu bleiben. Ganz klar ein Teil meines Spiels an dem ich noch sehr stark arbeiten muss.

Nach Runden von 70, 69 und 66 Schlägen lag ich am Ende des Turniers mit 8 unter Par auf dem geteilten dritten Schlussrang, drei Schläge hinter dem Sieger Nicolas D’Incau aus Neuchatel.

   
  Die nächsten Wochen...

In der kommenden Zeit werde ich nun versuchen mein Langspiel mit viel Üben wieder in den Griff zu kriegen. Vor allem die Abschläge müssen präziser werden, um mich nicht immer schon nach einem Schlag ins Abseits zu manövrieren.
Ob mir das gelingt, werde ich schon dieses Wochenende erfahren. Ich spiele nämlich wieder mal ein Turnier in der Schweiz, nämlich das Championnat de Suisse Central in Oberkirch. Zwei Wochen später steht dann das absolute Saisonhighlight mit der Team Europameisterschaft in Schweden auf dem Programm, zu der ich nun offiziell aufgeboten wurde.
Ich freue mich sehr auf die kommenden Wochen, denn ich weiss, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt. So bin ich auch überzeugt, dass in der Schweiz der Sommer doch noch kommen wird und die Schweizer Nati nach der bitteren Niederlage gegen Chile Honduras vom Platz fegen wird. In diesem Sinne: Hopp Schwiiz!!!

   
  14. – 19. Juni 2010 – The Amateur Championship   [Rangliste]

Die folgende Woche ging es gleich wieder hinauf nach Schottland, dieses Mal nach Muirfield und North Berwick in der Nähe von Edinburgh, wo das British Amateur Championship stattfand. Das grösste und bedeutendste Amateur Turnier in Europa, bei dem der Gewinner einen Startplatz für das British Open und das Masters in Augusta im kommenden Jahr bekommt.
Nicht überraschend ist das Startfeld dann auch umso spektakulärer. 288 der besten Spieler Europas kämpften an den zwei Tagen in Muirfield und North Berwick um die begehrten 64 Plätze, die für das entscheidende Matchplay berechtigten.
Muirfield und North Berwick waren wieder zwei sogenannte Links Plätze, beide an traumhafter Lage direkt an der Nordsee gelegen, wie immer pickelharte, ondulierte Greens und dickes, knöchelhohes Rough gleich direkt neben dem Fairway.
Auf der ersten Runde lief es auf den ersten neun Bahnen gar nicht mal so schlecht. Obwohl wir die ganze Zeit Rückenwind hatten, war es trotzdem sehr schwierig die Bälle nahe an die Fahne zu spielen. Die Bälle waren auf den Greens fast nicht zu stoppen und man musste sie teils 20 Meter vor dem Green aufkommen lassen, dass man sich nach einem Approach nicht im dicken Rough hinter dem Green wieder fand.

  North Berwick an traumhafter Lage direkt an der Nordsee gelegen.
 

Danach lief aber an beiden Tagen wieder nicht mehr viel. Wie schon in den letzten paar Wochen fand ich nie richtig zu meinem gewohnt präzisen Spiel zurück. Ich habe im Moment ein sehr schlechtes Gespür für den Schläger und es ist für mich dadurch schwierig den Ball gekonnt zu manövrieren. Auf einem einfachen Platz, von denen wir übrigens in der Schweiz sehr viele haben, kommt man so schon irgendwie über die Runden und man kann sich ein wenig hindurch mogeln. Aber auf einem langen und engen Championship Platz steht man da meist auf verlorenem Posten.

   
  4. – 6. Juni 2010 St. Andrews Links Trophy   [Rangliste 1./2. Runde]

Mein erstes Mal in Schottland und das erste mal auf einem richtigen Links Platz. Das Turnier wurde über 72 Löcher gespielt, zuerst zwei Runden auf dem Jubilee vor dem Cut und dann, wenn man den Cut überstanden hätte, wären nochmals 36 Löcher auf dem Old Course auf dem Programm gestanden. Auf dem Old Course waren sogar schon fast alle Tribünen für das British Open aufgestellt, das in nur wenigen Wochen stattfinden wird. Darum waren die Atmosphäre und die Erfahrungen noch ein wenig eindrücklicher, als sie sowieso schon sind.

 

Schon die beiden Proberunden zeigten, dass Links Golf nur sehr wenig mit dem Golf zu tun hat, das wir hier in der Schweiz spielen. Der ganze Golfplatz war so hart, dass die Bälle nach dem Aufkommen in alle Himmelsrichtungen sprangen und dass vor allem die Schläge auf die Greens sehr schwierig zu stoppen waren. Manchmal waren die Fahnen so schwierig hinter Bunker oder Hügeln gesteckt, dass der Ball allerfrühestens 10 Meter nach dem Loch zur Ruhe kam.

Die erste Runde begann äusserst vielversprechend, so war ich nach 12 Löchern drei Schläge unter Par, musste mich aber am Schluss mit einer Par Runde begnügen, da ich mir noch ein paar unnötige Bogeys schreiben musste.

Am zweiten Tag lief aber nicht mehr sehr viel für mich. Ich hatte grosse Probleme die Bälle in die gewünschte Richtung zu schlagen. Auf Linksplätzen ist manchmal nicht nur entscheidend, ob man auf dem Fairway ist, sondern man muss auch noch die richtige Seite treffen um die Fahne angreifen zu können.
Auch hatte ich einige male das Pech in den tiefen Potbunkern zu landen von denen es auf solchen Plätzen unzählige hat. Potbunker haben meist sehr hohe Kanten, die bis zu zwei Meter hoch sein können. In solchen Situationen bleibt dann meist nichts mehr anderes übrig, als seitwärts zurück aufs Fairway oder zurück vors Green zu schlagen.

  Das imposante Clubhaus wurde 1854 gebaut und seit 1873 wurde auch die prestigeträchtige Open Championship regelmässig in St. Andrews ausgetragen.
Potbunker haben meist sehr hohe Kanten, die bis zu zwei Meter hoch sein können.
 

Am Schluss musste ich mich mit einer 78er Runde begnügen, was gleichbedeutend mit dem Scheitern am Cut war. Auch wenn die Woche nicht sehr erfolgreich verlief, habe ich trotzdem tolle Erfahrungen machen können.

   
  Vorschau St. Andrews Links Trophy   [mehr Infos unter www.standrews.org.uk]

Vom 4. bis 6. Juni 2010 spiele ich nun die St. Andrews Links Trophy „at the home of golf“. Ich freue mich riesig, dass ich die Chance kriege auf diesem mehr als geschichtsträchtigen Golfplatz zu spielen. Das Turnier ist eines der bestbesetzten in ganz Europa, was sich dadurch auszeichnet, dass der „schlechteste“ Spieler ein Handicap von +2.5 aufweisen kann. Das heisst, ein gewaltig starkes Feld wartet da in Schottland auf mich, bei dem nur schon den Cut zu überstehen ein riesiger Erfolg wäre.
Obwohl ich natürlich sehr gerne zu Hause in Lipperswil das Championnat de Suisse Orientale gespielt hätte, musste ich nicht lange überlegen um St. Andrews den Vortritt zu geben.

   
  17. – 20. Mai 2010 – Matchplay Schweizermeisterschaft in Bern/Moossee   [Rangliste]

Ein Wochenende zum vergessen, über das ich auch nicht viele Worte verlieren möchte. In der 36-Loch- Qualifikation am Donnerstag begann eigentlich alles ganz gut und ich spielte eine 70er Runde am Morgen. Am Nachmittag begann ich wieder viele Schläge zu „pull-hooken“, wie schon letzten Montag in Lausanne und von da an ging es bergab. Eine 77er Runde liess mich auf den 11. Platz herabrutschen, was aber nicht weiter schlimm war, da sich ja sowieso die ersten 32 fürs Matchplay qualifizierten.
In der ersten Runde habe ich einen relativ einfachen Gegner erwischt, ich musste aber trotzdem 3 unter Par spielen um ihn nach 16 Löchern 4:2 zu schlagen.
Die zweite Runde am Nachmittag war dann aber eher harzig. Ich spielte gegen den späteren Sieger des Turniers und verlor am Ende ganz knapp auf dem ersten Zusatzloch im Stechen. Obwohl ich wieder unter Par spielte, reichte es am Schluss leider knapp nicht um weiter zu kommen. Nun schaue ich vorwärts und hake dieses Turnier so schnell wie möglich ab.

   
  22. – 24. Mai 2010 – Championnat du Léman in Montreux/Genf/Lausanne   [Rangliste]

Ein wunderschönes Wochenende am Genfersee mit tollstem Frühlingswetter auf das wir nun schon so lange gewartet haben und dann noch Golf zu spielen auf drei der schönsten Plätze der Schweiz, was will man mehr. Das Pfingstwochenende war dann nicht nur wettermässig ein absoluter Traum, sondern auch mein Golfspiel erfüllte wieder mehr oder minder meine nun doch schon hohen Erwartungen. Es ging gleich sehr gut los in Montreux mit einer 70er Runde, obwohl ich eher schwach in den Tag gestartet bin. Auch am Sonntag in Genf lief es gut, 71, und so lag ich nach zwei Runden mit zwei Schlägen in Führung.
Der finale Tag lief dann aber überhaupt nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Mein langes Spiel war so schlecht wie noch nie in dieser Saison und ich spielte mich von einer Misere in die nächste Notlage. Trotzdem konnte ich mich durch absolut phänomenales Putten irgendwie noch so bei den Leuten halten. Nach 17 Löchern lag ich immer noch Par für die Runde und hatte mit Hilfe von ein paar glücklichen Birdies und gemurksten Pars meinen Vorsprung irgendwie halten können.
Auf dem finalen Par 5 fand ich mich dann nach einem weiteren Ausflug ins Lausanner Unterholz mit dem dritten 

 

Schlag neben dem Grün im Semirough. Als ich dann aber nur kurz den Schläger hinter denn Ball setzte, musste ich leider zusehen wie mein Ball ganz langsam einen halben Zentimeter nach unten rollte. Obwohl ich der einzige war, der es sah, musste ich mir trotzdem einen Strafschlag notieren. Trotzdem konnte ich mir mit einem tollen Putt aus zwei Metern für Bogey noch den Sieg sichern.

Allgemein war mein Putten die ganze Woche überaus solide, so habe ich von 21 Putts aus zwei Metern nur einen einzigen daneben gesemmelt, was am Schluss den wichtigen Unterschied gemacht hat.

  Siehgerehrung der Männer: Arthur Gabella, Benjamin Rusch, Boris Bruckert (v.l.)
 

Nach nur einem Tag Ruhepause geht es Mittwochs schon wieder weiter mit den Schweizer Matchplay Meisterschaften in Bern/Moossee. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich auch diese Woche wieder ein tolles Turnier spielen werde.

   
  15./16. Mai 2010 - Basler Meisterschaften   [Rangliste]

Am Wochenende nach der Auffahrt ging es ab nach Basel. Dieser Platz liegt ausserhalb von Basel schon auf der französischen Seite. Er ist relativ hügelig, hat einen alten Baumbestand und die Greens sind so onduliert, da kommt einem das dritte Green auf dem Feldgarten regelrecht flach vor. Dementsprechend ist das kurze Spiel enorm wichtig, da Chips, Pitches und Putts äusserst schwierig zu spielen sind. Meiner Meinung nach ist es einer der schwierigsten Plätze der Schweiz, obwohl er auf den ersten Blick nicht so aussieht.
Mein Spiel war dann aber alles andere als auf Top-Niveau. Meine langen Schläge waren sehr unpräzise und auch die Putts wollten nicht wirklich fallen. Nach Runden von 76, 75 und 73 Schlägen lag ich mit acht Schlägen über Par ganze neun hinter dem späteren Sieger. Obwohl es doch noch ganz knapp für den dritten Schlussrang reichte, war ich nicht allzu zufrieden mit mir. Trotzdem lernte ich aus dieser Woche fast mehr wie aus meinem Sieg in Waldkirch. Es öffnete mir wieder die Augen, dass es eben nicht immer gut laufen kann. Vor allem mit dem Putten war ich äusserst unzufrieden, das lange Spiel war den Umständen entsprechend auch nicht so toll, da ich noch an einem ziemlichen Muskelkater litt. So nahm ich mir vor noch mehr zu trainieren in der nächsten Woche.

   
 

01./02. Mai 2010 – St. Gallermeisterschaft in Waldkirch   [Rangliste]

Ab dem 1. Mai waren die Bars und Restaurants zwar rauch- aber die Golfplätze ganz bestimmt nicht regenfrei. Wie wäre es mal mit einer neuen Volksinitiative an Petrus zu diesem Thema? Meine Stimme hätten wir auf sicher.
Am Samstag Morgen blieb ich als „early bird“, Startzeit 7.30Uhr, zwar noch mehrheitlich regenfrei, doch am Sonntag regnete es dann nur noch einmal und leider teils auch ziemlich zügig. Unserem Wetterapostel musste es wohl an diesem Wochenende ziemlich mies gegangen sein, dass er seinen ganzen Frust an uns armen Golfern auslebte. An was das wohl gelegen hat? War er etwa doch ein heimlicher Kettenraucher, der jetzt draussen vor der Bar rauchen muss?!
Zurück zum Wesentlichen. Am Samstag lief es eigentlich ganz gut, obwohl ich jetzt nicht das Gefühl hatte auf meinem besten Niveau zu spielen. Ein paar verzogene Abschläge und nicht immer so präzise Approaches liessen nicht zu, dass ich über eine zwei unter Par Runde von 69 Schlägen hinaus kam. Obwohl somit mein Handicap wieder leicht nach oben ging, platzierte ich mich als in guter Ausgangslage nur einen Schlag hinter dem Führenden.
Der Sonntag verlief dann sehr dem Wetter entsprechend. Was heissen will: Nicht allzu grandios. Obwohl ich auf den ersten 11 Löchern relativ solides Golf spielte und meine Gegner ziemlich distanzierte, brach ich auf den letzten sieben Löchern total zusammen. 6 über auf diesen Schlussbahnen, das darf einfach nicht passieren. Obwohl es dann doch noch mit Müh und Not zu einem Zittersieg reichte, fühlte ich mich eher als bester Verlierer denn als Gewinner. Trotzdem ist es nun schon mein zweiter ASG-Sieg in Folge und mein dritter insgesamt.

   
 

23. – 25. April – Tessiner Meisterschaft in Ascona   [Rangliste]

Nach über fünf langen turnierfreien Monaten war es nun endlich wieder soweit. Das erste Turnier stand an und es erwartete uns ein genial präparierter Golfplatz in Ascona. Mit seinen grossen alten Bäumen, kurzgeschnittenen Fairways, schnellen Greens und den wunderschönen farbigen Blumen, die überall die Bahnen zieren, erinnert mich dieser Platz immer sehr an Augusta, wo jedes Jahr das Masters gespielt wird.
Nach nur zwei Tagen zu Hause nach unserem Roadtrip ging es also gleich weiter ins Tessin. Am Freitag hat es den ganzen Tag noch leicht geregnet, trotzdem liess ich mich nicht gross vom Wetter beeindrucken. Obwohl mein langes Spiel nicht sonderlich gut war – ich blockte viele Schläge nach rechts und hatte wenig Kontrolle über den Ball – konnte ich mit einigen guten Chips und Putts noch eine Par Runde ins Clubhaus bringen. Ich war nicht überaus glücklich, aber ich hatte mich wenigstens noch nicht aus dem Rennen verabschiedet. Auch der Nationalcoach sagte mir, dass man Turniere nicht in der ersten Runde gewinnen kann und noch viel Golf zu spielen ist.
Nach einer extra Übungseinheit auf der Driving Range am Freitag Abend, traf ich den Ball am Samstag vor allem auf den zweiten neun Löchern immer besser. Obwohl ich an diesem Tag keine Putts verwandeln konnte und

 

wieder mit einer 71 zurück kam, war immer noch alles offen. Ich blieb an den ersten beiden Tagen immer sehr geduldig, denn erzwingen kann man im Golf ja bekanntlich sowieso nichts.

Mit nur vier Schlägen Rückstand ging ich mit einem guten Bauchgefühl und viel Selbstvertrauen auf die letzte Runde. Im selben Flight wie Joel Girrbach war es natürlich eine noch speziellere Situation. Obwohl wir in Lipperswil sehr viel miteinander spielen und trainieren, waren wir an diesem Sonntag Nachmittag doch Gegner auf dem Platz und schenkten uns dementsprechend nichts.

  Im Bild die Sieger mit Ascona-Präsident Allidi
 

Ich spielte sensationelles Golf und kam mit einer 64er Runde zurück, was gleichbedeutend mit meinem ersten ASG-Turniersieg dieser Saison war.
Auch Joel spielte sehr beeindruckend und war bis zum 17. Abschlag nur einen Schlag hinter mir. Leider liess er zwei Bogeys folgen, platzierte sich aber trotzdem noch auf dem tollen 3. Rang. Herzliche Gratulation!

   
 

11. – 17. April 2010 – Trainingslager Woodhall Spa

Vor 14 Tagen ging es ins Trainingslager nach Woodhall Spa in England in der Nähe von Lincoln. Dort verbrachte ich mit dem Nationalkader eine super Woche auf einem der besten Golfplätze der Welt. Der Golfclub hat zwei 18-Loch Golfplätze und der alte Platz – gebaut von Harry Vardon – gilt als der beste „inland course“ von ganz Grossbritannien.

  www.woodhallspagolf.com
 

Auch die Trainingsanlage war hervorragend. Nur schon die Kurzspielanlage war etwa viermal so gross, wie das Pitchinggreen in Lipperswil und bot Ziele und Fahnen mit echten Greens zwischen 30 und 120 Metern. Geübt wurde von Rasenabschlägen und mit neuen Pro V1 Bällen. Das bot uns viel Abwechslung, darum verbrachten wir etliche Übungsstunden dort, ohne uns nur eine Minute zu langweilen.
Täglich am Nachmittag spielten wir auch 18 Löcher auf einem der beiden Plätze. Der Nationalcoach, Graham Kaye, hatte einige sehr interessante Spielformen für uns bereit. Einmal spielten wir eine Runde mit nur fünf Schlägern und einmal mussten wir durch die Hölle des „Reverse Scramble “. Ähnlich wie beim normalen Scramble schlagen alle Spieler ab, doch wird nicht immer der beste Schlag ausgesucht, sondern immer der schlechteste. Wie das alles ausging kann man sich ja vorstellen. Irgendeiner hatte immer einen schlechten Schlag und Drei-Putts waren sowieso auf jedem Green schon vorprogrammiert.
Leider wurden auch wir vom Isländischen Vulkan am Boden gehalten und konnten nicht planmässig wieder nach Hausen fliegen. Wir versuchten uns dann mit alternativen Verkehrsmitteln und kamen dann nach nervenaufreibenden 32 Stunden Heimfahrt mit Taxi, Fähre, Mietauto und Zug am Montagabend trotzdem noch nach Hause.

  www.woodhallspagolf.com
   
 

19. - 21. März 2010 – Wochenende im Tessin

Gleich nach der Entlassung aus dem Militär am Freitag Nachmittag ging es direkt weiter ins Tessin mit den Junioren vom Golfclub Lipperswil. Wie schon in den letzten paar Jahren fuhren wir mit dem Madörin-Büsli am Abend ins Tessin nach Losone.

  Training im Golfclub Patriziale in Ascona
 

Am Samstagmorgen war dann die ganze Zeit Training auf dem Übungsgelände auf dem GC Losone angesagt. Auf der anderen Seite der Driving Range gibt es eine sehr grosszügige und praktische Trainingsanlage mit Putting Green, Chipping Green und drei kurzen Par 3 Löchern auf denen man sein Pitching verbessern kann. Unsere beiden Pro’s Nick und Stephen haben sich nicht lumpen lassen und uns Junioren ein sehr abwechslungsreiches Training gestaltet, bei dem wir auch sehr viele verschiedene Trainingshilfen benutzen konnten.

Nach so einer langen Winterpause war es genau das Richtige für mich. Gerade im Frühling ist meist das kurze Spiel im Vergleich eher bescheiden, da man bei Kälte und Schnee ja vor allem auf der Driving Range an seinen Drives und langen Schlägen arbeitet.

Nach einer kurzen Lunchpause im Klubhaus ging es direkt auf den ersten Abschlag. Es war auch für mich die ersten 18-Loch Runde der Saison und darum eine gute Gelegenheit zu sehen, wie es denn um mein Spiel wirklich steht im Moment. Überraschenderweise war dann mein Spiel überaus konstant und sehr solide. Ich traf den Ball weit mehr im Sweetspot als sonst wo. Vor allem viele Schläge um 150 Metern gelangen mir besonders gut. Obwohl der Score von „nur“ drei unter Par eher bescheiden ausfiel, war ich sehr zufrieden mit mir. Nur das Putten war eher bescheiden, aber wen überrascht das, wenn man den ganzen Winter den Putter nicht einmal in den Händen hatte.

Am Sonntagmorgen ging es früh nach Ascona, da um schon 08.30 Uhr die ersten starten durften/mussten. Wieder war mein langes Spiel sehr zufriedenstellend, aber auch am Sonntag liess mich der Putter ziemlich hängen. Aus 16 in Regulation getroffenen Grüns, zwei Par 5 erreichte ich sogar mit nur zwei Schlägen, resultierte an diesem Tag eine Runde von 70 Schlägen, eins unter Par.

Obwohl die Resultate nicht ganz das zeigten, was ich wirklich spielte, war ich trotzdem überaus zufrieden mit meinem Spiel. Nach fünf Monaten Militär habe ich weitaus schlechtere Scores erwartet. Das macht optimistisch für die ersten Turniere der Saison …

  Trainingsrunde im Tessin im März 2010
       
 

RS-Bericht

Vor knapp fünf Monaten Ende Oktober 2009 galt es für mich endgültig ernst. Ueli Maurer und Andre Blattmann riefen mich im Duett nach Kloten in die Kaserne. Das hiess ab sofort Poloshirt mit Tarnanzug tauschen und geschossen wurde von da an nur noch mit goldenen Patronen statt mit kleinen weissen Bällen.
Die ersten paar Wochen waren dann körperlich relativ anstrengend. Feierabend war nie vor 22.00 Uhr und die knappe Schlafdauer von nur gerade mal sechs bis sieben Stunden setzten mir als regelrechten Siebenschläfer doch recht zu.
Aber jammern wäre hier wohl fehl am Platz, bin ich ja nicht der erste Rekrut der Schweiz, der durch die Mühlen der RS musste. Jeder der im Militär war weiss, wie es ist und mit grosser Wahrscheinlichkeit war es früher noch strenger.
Ausgehoben wurde ich ursprünglich als Richtstrahlpionier, doch wurde ich schon nach wenigen Wochen zum Betriebssoldat umgeteilt. Da ich beim BASPO einen Antrag auf „qualifizierter Sportler“ einreichte, konnte ich mindestens zwei mal pro Woche zwei bis drei Stunden „desertieren“ um zu trainieren. Mit der Driving Range Augwil ganz in der Nähe der Kaserne Kloten fand ich eine ganz komfortable Möglichkeit um mein Golfspiel doch nicht ganz verrosten zu lassen.

  Rekrut Benjamin Rusch in Action ...
 

Der Militärische Alttag war meiner Meinung nach ganz nach dem Motto „Hasten um zu warten, und warten um nachher zu hasten“. Aber auch der irrsinnige Genuss vom Biwakieren bei zweistelligen Minustemperaturen blieb mir nicht verwehrt.
Nur zum tagelangen Genuss des Antennenaufstellens auf dem Kasernenareal nur um sie gleich wieder abzubrechen kam ich als Betriebssoldat „leider“ nie. Das war bedauerlicherweise nur den Übermittlungspionieren vorbehalten.
Auch nicht nur einmal beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass das höhere Kader gar nicht richtig wusste, was sie mit uns die ganze Zeit anstellen wollte. Hauptsache Beschäftigungstherapie. Trotzdem finde ich es äusserst sinnvoll, dass erst kürzlich die ganze RS-Dauer noch verlängert wurde …
Auf eine kleine Anekdote möchte ich aber auch hier nicht verzichten: Als wir wieder einmal auf einem dieser tollen Märsche waren, hatten wir natürlich wie immer unsere Funkgeräte dabei, sodass die verschiedenen Züge zu jeder Zeit in Kontakt bleiben konnten. So war es wenigstens geplant. Gekommen ist es natürlich ganz anders. Als sich unser Zugführer nicht mehr sicher war, wann und wo wir verpflegt wurden unterwegs, funkten wir einen anderen Zug an. Da die Verbindung aber so schlecht war mit dem Feldtelefon und man sich gottlob einfach nicht verstehen konnte, gab der Zugführer dem Funker den Befehl er solle doch Oberwachtmeister Müller per Handy anrufen, da das Swisscom Netz ganz bestimmt besser sei, als die Verbindung per SE 235.

Na dann, wenn das Militär so gut ausgerüstet ist, dann soll doch Gaddafi nur kommen ...